Bundeskongress 2011 in Erfurt
Vom 16. bis 18. November 2011
Ganztagsschule: Lebens- und Lernwelt
In ganztägig arbeitenden Schulen, in denen sich Kinder und Jugendliche vor- und nachmittags aufhalten, sollten eingedenk einer veränderten Schule auch veränderte Bedingungen gelten. Gründe dafür sind, dass die Schule mit den längeren Aufenthaltszeiten und dem erweiterten Bildungs- und Erziehungsauftrag nicht nur mehr als Unterrichts- und Anleitungsstätte zu verstehen ist. Sie ist Ort eines eingedachten kinder- und jugendgemäßen Lebens, die den Anspruch erhebt, ansprechender und wohlbefindlicher , aber auch lernanregender und zuwendungsintensiver angelegt zu sein. Die „Lebens- und Lernwelt“ (– so das Kongressthema –) in der Praxis zu berücksichtigen, bedeutet, die Schule aus der Sicht der Kinder und Jugendlichen zu verstehen; dies ist eines der grundsätzlichen Anliegen der Reformpädagogik, dessen Verwirklichung wir gehalten sind, durchdacht und professionell umzusetzen.
Aus wissenschaftlichen Studien und aus der Praxis erfolgreicher Schulen wissen wir seit längerem, dass Erziehungs- und Lernerfolge von Schulatmosphäre, Lernkultur und insbesondere menschlicher Zuwendungsfähigkeit zwischen den Generationen abhängen. Die Umsetzung dieser Erkenntnisse gestaltet sich zwar oft schwierig, weil Vorgaben, Erwartungshaltungen, Belastungen und Bedingungen schwer in Einklang zu bringen sind. Auf der anderen Seite bringt das Warten auf Stimmigkeit dieser Faktoren keine Fortschritte – im übrigen sind in vielen Schulen bereits Reform- und Innovationsprozesse in Gang gekommen, die Neues und Bewährtes berücksichtigen, so dass daraus wieder Transferlernen möglich wird. Einiges lässt sich offensichtlich tun, wenn Erkenntnis, Innovation, Professionalität und Engagement zusammenfinden. Dies ist auch nötig, denn: Schulen in Deutschland stehen einem formulierten und erwartetem Veränderungsanspruch gegenüber, dem zwingend und bald nachgekommen werden muss.
Die gewachsenen Aufgaben der Schule, eingefordert durch Gesellschaft und Wissenschaft, spiegeln sich daher im thematischen Spektrum des Tagungsprogramms wider. Die Sichtweisen der Hauptvorträge beziehen sich auf unterschiedliche Perspektiven, die durch die Schwerpunkte „Eigenverantwortlichkeit“, „Anregende Unterrichtsgestaltung“ und der „Raum als dritter Pädagoge“ wiedergegeben werden. In den Arbeitskreisen und Workshops erfolgt die Detailbetrachtung unterrichtlicher und außerunterrichtlicher Phänomene – wobei Erprobtes (z.B. Teamarbeit, selbstorganisiertes Lernen, Projektunterricht) ebenso vorgestellt und bearbeitet wird wie Neues, Spannendes und Ausgefallenes (z.B. Inklusion, Lehrerrolle, Aspekte der Hirnforschung, bewegte Schule). Dem originären Praxisbezug dienen die Schulbesuche in Erfurt nebst Umgebung und in Jena; insgesamt versteht sich der Kongress als Forum der Begegnung, des Erfahrungsaustausches und des Blickes in andere Erfahrungswelten.
Veranstalter: Ganztagsschulverband GGT e.V., Bundesvorstand.
Meisenweg 7, 34225 Baunatal.
Tel.: 0561/4911665.
Email: Stefan-Appel@gmx.de
Die Tagung ist ausgebucht!
