Bundeskongress 2010 in Hamburg
Vom 17. bis 19. November 2010
Die Ganztagsschulentwicklung in der Bundesrepublik wird nicht verhaltener, wie viele nach dem Auslaufen der Bundesförderung (IZBB-Finanzmittel) meinten. Dies ist in mehrfacher Hinsicht festzustellen, und zwar nicht nur in einzelnen Bundesländern, die neue Ganztagsschulprogramme auflegen, weil sie dies als Erfordernis der Zeit betrachten oder weil sie im Zuge von Schulzusammenlegungen oder -neugründungen Ganztagskonzepte verwirklicht wissen wollen. Auch Kommunen und Städte sind trotz enger Finanzlagen vielerorts tätig, Schulleitungen und Kollegien für den Ganztagsbetrieb zu ermutigen und Gebäude um- , an- oder auszubauen und kindergerechte Ausstattungen zu beschaffen. Was auch noch auffällt – bestätigt auch durch die mehrjährige und zu Teilen breit angelegte Ganztagsschulforschung -, dass viele der neu gegründeten Ganztagsschulen der letzten Jahre vermehr daran arbeiten, ihre in Eile geschaffenen pädagogischen Konzepte qualitativ zu verbessern, indem Kinder- und Jugendbedürfnisse mehr berücksichtigt werden, Erfahrungen anderer Schulen vermehrt einfließen und erste Wissenschaftsergebnisse wahrgenommen, bewertet und berücksichtigt werden.
Die „Zukunftsaufgabe Ganztagsschule“ scheint erkannt zu sein – wird aber natürlich nicht überall gleich intensiv verfolgt; sie ist aber dennoch als deutlicher Trend zu erkennen. Zum Zurücklehnen in Zufriedenheit gibt es freilich keinen Anlass – zu groß sind die Unterschiede in den Ländern und Regionen, zu auffällig die Defizite in vielen Gebäuden und Konzepten und zu deutlich ist die Unterversorgung an Ganztagsplätzen in bestimmten Schularten bestimmter Regionen. Stagnation wäre ebenso schädlich wie Ermattung, so dass es Impulse der Weiterentwicklung bedarf, und zwar solche, die einmal Innovation und Implementierung des Wichtigen erleichtern, zum anderen auf Fehlendes oder Unvollständiges aufmerksam machen und Zuwendung und Engagement wecken.
Der diesjährige Kongress nimmt sich einer Vielzahl der notwendigen Aufgabenfelder und Gestaltungsschwerpunkte an, geht dabei von einer wissenschaftlichen Zwischenbilanz aus und beleuchtet sowohl die klassischen Aufgaben der Unterrichtsgestaltung und Freizeit-pädagogik wie auch die Bildungsschwerpunkte Kultur, Sozialisation und Lebensbewältigung – er lässt dabei die besonderen Zuwendungsaufgaben wie Hausaufgabenintegration, Jungen-förderung, Gewaltprävention oder Schulabsentismus nicht aus. Dem Anspruch des Praxis-bezuges dienen die Workshops und Arbeitsgruppen – und insbesondere die Schulbesuche in der Freien und Hansestadt Hamburg.. Zudem will der Kongress Forum der Begegnung, der fachspezifischen Diskussion und des Erfahrungsaustausches sein.
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